Gewerbe & Verband 6/2021

60 Jahre Hertling am Main

Das Berliner Umzugsunternehmen Hertling gründete am 1. Mai 1961 die Niederlassung in der Thomasiusstrasse 14 in Frankfurt.

Nach dem 2. Weltkrieg begann der „Kalte Krieg“. Die politische Stimmung in Europa und insbesondere Berlin war äußerst angespannt. Die Zukunft der Stadt war ungewiss.  Viele Unternehmen verlagerten daher Teile oder gingen sogar vollständig nach Westdeutschland. Für das 1865 gegründete Umzugsunternehmen Hertling stellte sich die Frage nach der Gründung einer Niederlassung in Westdeutschland nicht nur auf Grund der ungewissen Lage in Berlin, sondern auch auf Grund der Tatsache, dass mit Hertie, einem der damals größten Warenhauskonzerne in Deutschland, einer der damals wichtigsten Kunden des Familienunternehmens den Verwaltungssitz von Berlin nach Frankfurt verlagerte. Aus diesen Gründen war die Entscheidung klar, auch die Umzugsfirma Hertling gründet eine Niederlassung in Frankfurt am Main. So konnte der Stammkunde weiter direkt vor Ort betreut werden und die Firma Hertling hätte für den Fall der Vereinnahmung Berlins einen Standort in Westdeutschland zur Sicherstellung der Fortführung der Geschäfte gehabt.

Blühende Jahre

Als die Unternehmerfamilie Hertling sich entschloss, eine Niederlassung in Frankfurt a. M. zu eröffnen, um auch für den Fall einer befürchteten „Schließung von West-Berlin“ die Fortführung des Betriebes zu sichern, war Friedrich Hertling, aus der 4. Generation bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Mit dem Auto, beladen mit dem nötigsten – Stifte, Papier, Schreibmaschine – ging es los. Das erste Büro war ein Ladenlokal in der Thomasiusstraße, mit einem sehr kleinen Lager. Die Zufahrt in den Hof war so eng, so Hertling, „dass man kaum mit einem Auto in den Hof gelangen konnte“.  Und er berichtet: „Zwar hatte ich durch das Stammhaus Beistand in der Ferne, doch die ersten Jahre waren sehr hart. Vor Ort musste ich von Null beginnen. Wegen des Wirtschaftsbooms und der Vollbeschäftigung war es sehr schwer, Arbeitskräfte zu finden. Da habe ich dann selbst mit angepackt und bspw. die Luftfrachten aus Berlin kommend vom Flughafen abgeholt. Wie an neue Kunden kommen? Wie die Transportkapazitäten besorgen?“ Immerhin konnte man nun den damaligen Großkunden Hertie weiter betreuen. Durch viel harte Arbeit blühte die Niederlassung dann langsam auf. Es erfolgte der Kauf einer kleinen lokalen Umzugsfirma und schon 1967 der Umzug in die Eckenheimer Landstraße. Nachdem ein Niederlassungsleiter gefunden war und die „Geschäfte vor Ort liefen“, konnte Friedrich Hertling nach Jahren des Aufbaus wieder nach Berlin zurückkehren. Da sich die Niederlassung in Frankfurt seither immer weiter gut entwickelte, wurde auch das Objekt Eckenheimer Landstraße zu klein. 1991 wurde das Bürogebäude mit Lagerhalle auf einem großzügigen Grundstück in der Berner Straße 36 in Frankfurt Nieder-Eschbach bezogen, wo sich die Niederlassung bis heute befindet.

Beeindruckende Standort-Entwicklung

Von einer einst sehr bescheidenen Bürofläche mit einem nur sehr kleinen Lager hat sich die Niederlassung bis heute deutlich entwickelt. Am Frankfurter Standort arbeiten heute insgesamt fast 30 Mitarbeiter*innen. Ein Fuhrpark mit Fahrzeugen für jeden Bedarf steht zur Verfügung. Darüber hinaus verfügt die Niederlassung heute über umfangreiche Lagerflächen, ein Containerlager mit fast 400 Holzcontainern und über 100 Stahlcontainern und eine Selfstorage-Anlage. Das Leistungsspektrum und die Kapazitäten der Niederlassung sind seit der Gründung deutlich gewachsen. Umzüge werden für Privatkunden und Firmenkunden lokal, national und international durchgeführt. Außerdem gehören heute die Planung und Durchführung von Büro- und Objektumzügen sowie das Lagergeschäft und hier insbesondere die Lagerung von Akten und das Aktenmanagement zu ständig erbrachten Leistungen der Niederlassung.

„Wir sind stolz auf 60 Jahre Hertling in Frankfurt und freuen uns, dass nach so vielen Jahren die Niederlassung in Frankfurt immer noch besteht“, freut sich Geschäftsführer Erik C.-Johnsen. „Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben und weiter dafür Sorge tragen, dass die Niederlassung gegründet, aufgebaut und bis auf den heutigen Stand ausgeweitet wurde und erfolgreich weiter fortgeführt wird. Und wir freuen uns schon auf das nächste Jubiläum, das wir dann hoffentlich ordentlich feiern können, weil Corona uns nicht mehr davon abhält.“

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