Titelthema

AMÖ zeichnet aus

Seit mehr als 30 Jahren verleiht der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. im Rahmen der AMÖ-Abgrenzungskampagne das AMÖ-Zertifikat „anerkannter AMÖ-Fachbetrieb“. Die damit ausgezeichneten Betriebe verpflichten sich selbst über die fachliche Kompetenz, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit hinaus zu einer umfassend hohen Qualität ihrer Dienstleistungen.

Mit dem AMÖ-Zertifikat haben Sie die Möglichkeit, sich von anderen Wettbewerbern abzugrenzen, und helfen Verbrauchern, nicht an schwarze Schafe im Gewerbe zu geraten.

Abgrenzungskampagne: Adressenliste – Verhaltenskodex – Zertifikat. Bezug: Rundschreiben Nr. 8/88 vom 28. Januar 1988 sowie Diskussion und Verabschiedung des Themas auf der Gesamtvorstandssitzung am 4. Mai 1988. – Das Rundschreiben R94/88, das am 1. November 1988 an die AMÖ-Mitgliedsverbände und nachrichtlich an die Vorstandsmitglieder versendet wurde, sollte bahnbrechend sein. Alle im Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. organisierten Mitgliedsunternehmen wurden damit erstmalig über die Einführung der Abgrenzungskampagne informiert. Ein Jahr später, 1989, hielten alle teilnehmenden Möbelspediteure dann das allererste AMÖ-Zertifikat in den Händen. Die zehn goldenen Regeln, wie sie heute für qualitativ hochwertige Profiumzüge stehen, bestanden in leicht abgewandelter Form schon damals: professionell beraten, korrekt und übersichtlich abrechnen, im Streitfall dem Schiedsspruch der AMÖ-Einigungsstelle folgen – damals wie heute zeigten sich professionelle AMÖ-Umzugsspediteure als wahre Vorreiter in Sachen Verbraucherschutz, und grenz(t)en sich so von den schwarzen Schafen ihrer Branche ab.

Verbraucherschutz und Vertrauensbildung

Für das aktuelle Jahr hat der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. das AMÖ-Zertifikat 2020 an 650 Umzugsunternehmen verliehen, mit dem sich die ausgezeichneten Betriebe zur umfassend hohen Qualität ihrer Dienstleistungen verpflichten. Damit leistet das AMÖ-Zertifikat einen wichtigen Beitrag in Sachen Verbraucherschutz: Umziehende, die ihren Auftrag an einen AMÖ-Fachbetrieb vergeben, können damit ganz leicht das Risiko vermeiden, auf unseriöse Anbieter oder Umzugsbetrüger hereinzufallen.

Die Umzugs- und Transportunternehmen, die das Zertifikat 2019 bekommen haben, sind im Verzeichnis „Ein AMÖ- Spediteur ist immer in Ihrer Nähe“ aufgeführt. Es kann kostenfrei auf der Internetseite www.amoe.de heruntergeladen oder in gedruckter Fassung beim Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. per Mail an info@amoe.de oder telefonisch unter 06190-989813 angefordert werden. Außerdem sind die Unternehmen auf www.umzug.org in einer Datenbank hinterlegt und können von dort von Verbrauchern nach Postleitzahlen selektiert werden.

Überprüfung durch Zertifizierungsdienst

Neben dem Vertrauen, dass das Zertifikat für Verbraucher signalisiert, stellt es für alle teilnehmenden Unternehmen einen weiteren Wettbewerbsvorteil dar. Es ist unter anderem inzwischen immer häufiger Voraussetzung, um sich an Ausschreibungen bei Umzügen öffentlicher Auftraggeber zu beteiligen.

Nach einem Urteil des LG Dresden in Sachen Werbung mit Qualitätssiegeln aus dem Jahr 2013 hat der AMÖ-Gesamtvorstand noch im gleichen Jahr entschieden, für die Qualitätskontrolle den SVG Zertifizierungsdienst GmbH (SVG Zert) aus Frankfurt/Main als unabhängigen Auditor einzusetzen. Sie überprüft jedes Jahr eine repräsentative Anzahl von Unternehmen auf die Einhaltung der Bedingungen. Die Zertifikate enthalten neben Namen und Anschrift des Unternehmens ein Logo mit dem rollenden AMÖ-Känguru und dem Schriftzug „Qualitätskontrolle durch SVG-Zert“ sowie eine individuelle Zertifikatsnummer. Das Zertifikat jeweils wird für das laufende Jahr verliehen.

Unterschiedliche Prüfkriterien

Zur Prüfung für das AMÖ-Zertifikat müssen von den Unternehmen Lizenzen wie die Güterkraftverkehrs-Erlaubnis und die EU-Lizenz vorgelegt werden. Wenn keine Transporte im Selbsteintritt durchgeführt werden, muss das Verzeichnis der eingesetzten Subunternehmer im Abgleich mit den Geschäftsprozessen vorgelegt werden. Beim Einsatz eines Subunternehmers werden darüber hinaus Angaben kontrolliert wie der Transportabgabe-Auftrag, die Güterkraftverkehrs-Erlaubnis, Versicherungen und Haftungsangaben sowie Personalvereinbarungen. Zudem wird anhand des Lohnsummennachweises an die BG Verkehr und andere gesetzliche Unfallversicherungen überprüft, ob ein Unternehmen seine steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Pflichten erfüllt.

Sehr detailliert geprüft wird außerdem, ob etwa die Angebote und Abrechnungen übereinstimmen, die Unternehmensangaben mit Rechtsform, Anschrift, HRG-Nummer (sofern eintragungspflichtig) und Umsatzsteuer-ID-Nummer, oder Bereiche wie die Übereinstimmung von Angebot und Rechnung sowie der korrekte Ausweis der Mehrwertsteuer. Außerdem müssen in den Haftungsinformationen besondere Passagen wie die Schadensmeldefristen drucktechnisch hervorgehoben werden. Auch der Hinweis auf die Einigungsstelle der AMÖ darf in den AGB nicht fehlen.

Des Weiteren muss das Unternehmen verschiedenen Nachweise erbringen, beispielsweise, dass es nur Umzugskartons aus Recyclingmaterial verwendet oder Fahrzeuge mit festem Aufbau beziehungsweise verschließbarem Heck einsetzt. Falls Möbellager angeboten werden, müssen sie trocken, abschließbar sowie für unbefugte Dritte unzugänglich sein. Lagerpartien müssen eindeutig getrennt sein. Abschließbare Lagercontainer und Wechselbehälter müssen sich auf einem abgeschlossenen Betriebsgelände befinden.

Informationen für (Neu-)Mitglieder der AMÖ

Weil gerade Neumitglieder Informationen zum Ablauf der Abgrenzungskampagne benötigen, und auch erfahrene AMÖ-Mitglieder regelmäßig wiederkehrende Fragen hierzu umtreiben, haben wir die wichtigsten davon zusammengestellt und zu beantworten.

Müssen die Mitgliedsunternehmen an der Abgrenzungskampagne teilnehmen?

Nein, eine Verpflichtung der Mitgliedsunternehmen, das Zertifikat zu beantragen, besteht nicht. Allerdings sollten Umzugsunternehmen bedenken, dass heutzutage viele Verbraucher verstärkt auf Qualitätssiegel wie das rollende Känguru oder andere Vertrauenslogos achten und ihre Auftrags- oder Kaufentscheidung hiervon abhängig machen. Beachten sollten Mitgliedsunternehmen auch, dass das AMÖ-Zertifikat nur auf Antrag des Mitgliedsunternehmens erteilt wird. Die Online-Anmeldung für die laufende Abgrenzungskampagne 2020 finden Interessenten im Mitgliederbereich auf www.amoe.de.

Wir setzen mit unserem Unternehmen keinen eigenen Fuhrpark ein, sondern arbeiten speditionstypisch mit dem Einsatz von durch uns zu beauftragende Frachtführer. Können wir dennoch das neue AMÖ-Zertifikat erhalten?

Ja, Unternehmen, die über keinen eigenen Fuhrpark verfügen, können das AMÖ-Zertifikat dann erhalten, wenn klare Vereinbarungen mit den eingesetzten Subunternehmern getroffen sind und diese die Bedingungen des AMÖ-Zertifikates nachweislich, also im Unternehmen dokumentiert, erfüllen. Hierzu bedarf es eindeutiger vertraglicher Regelungen und einer nachvollziehbaren Dokumentation.

Erlischt meine Mitgliedschaft, wenn ich nicht an der Abgrenzungskampagne teilnehme oder mir das AMÖ-Zertifikat nach der Prüfung verweigert wird?

Nein, denn die Mitgliedschaft des einzelnen Unternehmens ist jeweils gegenüber dem Landesverband begründet. Derzeit besteht in keinem Landesverband die Verknüpfung dergestalt, dass Voraussetzung für die Mitgliedschaft das AMÖ-Zertifikat ist. Dessen ungeachtet ist in manchen Landesverbänden die qualitative Voraussetzung für die Mitgliedschaft so bestimmt, dass diese Kriterien weitgehend mit dem AMÖ-Zertifikat übereinstimmen.

Unser Unternehmen ist bereits nach ISO 9000 ff oder DIN EN 12522 zertifiziert. Muss ich dennoch das AMÖ-Zertifikat beantragen und eine mögliche Prüfung dulden?

Ja, denn das AMÖ-Zertifikat wird unabhängig anderer Zertifizierungen erteilt. In den AMÖ-Ausschüssen wurde die Frage ausgiebig erörtert, ob im Rahmen der Zertifizierung der sonstigen Qualitätsmanagement-Systeme auch die Bedingungen des AMÖ-Zertifikates geprüft werden könnten. Einstimmig haben die dort vertretenden Ausschussmitglieder die Auffassung vertreten, dass das AMÖ-Zertifikat separat geprüft werden soll, um eine Einheitlichkeit der Prüfung zu gewährleisten. Dies wird als akzeptabel angesehen, da die Prüfung für das AMÖ-Zertifikat nur in Intervallen erfolgt und der damit verbundene Aufwand für die betroffenen Unternehmen in einem überschaubaren Rahmen bleibt.

Wie hoch ist der zeitliche Aufwand im Falle einer Prüfung?

Die Erfahrung über nun drei Jahrzehnte hat gezeigt, dass je nach Umfang der Prüfung, Größe des Unternehmens und Kommunikationsfreude des Unternehmers etwa zwei bis drei Stunden aufgebracht werden müssen.

Muss ich gegenüber den Prüfern Geschäftsgeheimnisse offenbaren?

Nein, alle Daten, die der Auditor von dem Unternehmen erfährt, unterliegen der Vertraulichkeit und verbleiben beim Zertifizierungs-Unternehmen. Zumal die Zertifizierer grundsätzlich verpflichtet sind, die im Rahmen von Zertifizierungs-Prozessen erhobenen Daten vertraulich zu behandeln – andernfalls würden sie ihre Zulassung bei der deutschen Akkreditierungsstelle verlieren. Der Auditor des Zertifizierungs-Unternehmens wird im Rahmen der Prüfung einige Rahmendaten vom Unternehmen erfragen. Dies ist erforderlich, damit sich der Auditor eine Vorstellung von der Größe und den damit verbundenen organisatorischen Rahmenbedingungen des Unternehmens verschaffen kann. Ein Zugang zu diesen Daten für Dritte, etwa die AMÖ, den Landesverband oder für Mitbewerber ist ausgeschlossen.

Muss ich damit rechnen, jedes Jahr überprüft zu werden?

Jain, denn aus der Summe aller an der Abgrenzungskampagne teilnehmenden Mitgliedsunternehmen zieht der Zertifizierer eine zufällige Stichprobe von 100 Prüflingen. Wie auch beim Lotto oder Roulette kann es da natürlich vorkommen, dass eine Zahl – bzw. im Falle der Abgrenzungskampagne ein Unternehmen – zwei- oder mehrmals hintereinander gezogen werden kann. Die Wahrscheinlichkeit, einer aus hundert gezogenen Unternehmen zu sein, sinkt mit der Gesamtzahl aller Teilnehmer. Aber Achtung: Neumitglieder, die sich für das Zertifikat interessieren, werden unmittelbar geprüft – in diesem Fall vom zuständigen Landesverband.

Wir würden gerne bereits im ersten Jahr durch den Auditor des Zertifizierers geprüft werden. Ist eine freiwillige Anmeldung für eine Überprüfung möglich?

Die SVG Zert sucht unabhängig und nach eigenem Ermessen Unternehmen aus, die sie prüft. Die AMÖ kann auf diese Auswahl keinen Einfluss nehmen, da ansonsten der Zertifizierer in seiner Unabhängigkeit beeinflusst wäre.

Werden die Kosten für das AMÖ-Zertifikat über den Mitgliedsbeitrag gedeckt und muss ich die Kosten auch tragen, wenn ich nicht zur Prüfung ausgelost werde?

Der Zertifizierungsprozess verursacht Kosten, die durch den allgemeinen Mitgliedsbeitrag nicht abgedeckt sind. Deshalb hat die AMÖ bei der Auswahl des mit der Prüfung beauftragten Zertifizierers auf ein vertretbares Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet. Die Teilnahme an der Abgrenzungskampagne beträgt 100 Euro plus gesetzlicher Mehrwertsteuer. Dieser Betrag ist von jedem Unternehmen zu tragen, das sich für eine laufende Abgrenzungskampagne angemeldet hat – unabhängig davon, ob es vom Zertifizierer vor Ort überprüft wird oder nicht. Der Betrag wird auch dann fällig, wenn einem Unternehmen das Zertifikat nach abgeschlossener Prüfung verweigert wird oder das Unternehmen seine Teilnahme im Laufe des Erteilungszeitraums zurückzieht.

Wir sind nicht mit dem AMÖ-Zertifikat ausgezeichnet worden. Wird unser Unternehmen trotzdem im Umzugs- und Verbraucherportal www.umzug.org gelistet?

Nein, denn das Umzugsportal www.umzug.org soll ausdrücklich einen qualitätsorientierten Kundenkreis ansprechen. Um die Einmaligkeit dieser Datenbank zu dokumentieren und dem Verbraucher gegenüber eine verlässliche Qualitätsaussage zu gewährleisten, werden ausschließlich Unternehmen in dieser Datenbank aufgenommen, die sich der Qualitätskontrolle der SVG-Zert unterzogen und das AMÖ-Zertifikat erhalten haben. Gleiches gilt für das Verzeichnis „Ein AMÖ-Spediteur ist immer in Ihrer Nähe“.

Die zehn Goldenen Regeln

Alle AMÖ-Mitgliedsunternehmen haben exklusiv die Möglichkeit, an der AMÖ-Abgrenzungskampagne (AGK) teilzunehmen. Dabei verpflichten sie sich

  • nach den Grundsätzen und Regeln eines ordentlichen Kaufmanns zu arbeiten.
  • ein übersichtliches und detailliertes Angebot zu erstellen.
  • gründlich und umfassend zu beraten und eine Leistungsbeschreibung als Bestandteil des Umzugsvertrages beizufügen.
  • ausführlich über Versicherungs- und Haftungsbestimmungen zu informieren.
  • mit seriösen Versicherern zusammenzuarbeiten.
  • als Umzugsberater, Transportleiter und Packer sowie für vereinbarte Handwerkerleistungen Fachpersonal einzusetzen.
  • umweltverträgliche Verpackungsmaterialien zu benutzen. Fahrzeuge zu verwenden, die für die Beförderung von Möbeln besonders eingerichtet und ausgerüstet sind und dem derzeitigen Sicherheitsstandard entsprechen.
  • geeignete und sichere Möbellager und Standplätze für die Fahrzeuge vorzuhalten.
  • korrekte, nachprüfbare Abrechnungen zu erstellen.
  • bei Meinungsverschiedenheiten mit dem Kunden dem Spruch der Einigungsstelle der AMÖ zu folgen.

Die Antragsteller verpflichten sich außerdem, ihre sozialversicherungsrechtlichen und steuerrechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen sowie die arbeits- und entgeltrechtlichen Vorschriften einzuhalten.

"Mehrwert für Verbraucher!"

Michael Bogner ist Geschäftsführer der SVG-Zertifizierungsdienst GmbH in Frankfurt/Main, die als unabhängige Prüfstelle die Teilnehmer einer Abgrenzungskampagne auf die Erfüllung der AMÖ-Zertifikatsbedingungen überprüft. Er verrät, warum eine Prüfung erfolgen muss und wie die zufällig ausgewählten Unternehmen den Prüfprozess beschleunigen können.

Warum muss bei der Vergabe des AMÖ-Zertifikats eine unabhängige Prüfung erfolgen?

Aufgrund der Veränderungen im Wettbewerbsrecht sowie der Rechtsprechung wurde 2013 beschlossen, die Selbstverpflichtung der Unternehmen gemäß AMÖ-Zertifikat von einer neutralen und fachkompetenten Institution zu prüfen. Die Prüfung unterstützt die AMÖ-Mitglieder in der Steigerung ihrer Effektivität in den Bereichen Management und Unternehmensführung. Außerdem sichert sie einen Mehrwert für Verbraucher sowie den Bundesverband und seine Mitglieder. Zertifizierten und/oder geprüften Unternehmen, die die Vorgaben des AMÖ-Zertifikats mit seinen Prüfbedingen „leben“, kann das einen Marktvorteil verschaffen, schließlich können sich Kunden darauf verlassen, dass vereinbarte Umzugsleistungen und -spezifikationen, Lieferbedingungen, Termine und Kosten garantiert sind.

Wie werden die zu prüfenden Unternehmen ausgewählt?

Wir ziehen aus allen Teilnehmern eine bundesweite Stichprobe von 100 Mitgliedern nach dem Zufallsprinzip, wobei aufeinander folgende Prüfungen eines Unternehmens durch Gegencheck der letztjährigen Auswahl vermieden werden sollen.

Was sind die häufigsten Probleme bei einer Prüfung?

Der Prüfzeitraum fällt regelmäßig in die Hochkonjunktur der Möbelspeditionsbranche. Die Unternehmen stellen sich darauf ein. Probleme mit der Terminfindung wurden nur in Einzelfällen bemängelt. Während der Audits in 2019 wurde festgestellt, dass sich der Umsetzungsgrad bei den Mitgliedsbetrieben wieder etwas verschlechtert hat, aber auf weiter qualitativ hohem Niveau befindet. Häufig festgestellte Mängel zeigten sich unter anderem in den AGB im Fehlen der Ausweisung der AMÖ-Schiedsstelle. Dabei ist das doch eigentlich
ein gutes Argument, um Kunden zu gewinnen. In einigen Fällen wurde die Einsicht von Personalakten oder Abrechnungen verweigert. Dann beziehen wir die AMÖ direkt ein, um entsprechende Nachweise doch zu erhalten.

Was raten Sie den Unternehmen, die für die kommende Prüfung zufällig gezogen werden? Wie können sie für einen reibungslosen Ablauf sorgen?

Machen Sie sich mit den Anforderungen im Vorfeld der Prüfung vertraut – dies sollte auch eine Einladung an jeden einzelnen Mitarbeitenden sein, sich selbst für die fraglichen Themen zu sensibilisieren. Auch sollten die Mitarbeiter über das anstehende Audit möglichst frühzeitig informiert werden. Alle für die Prüfung benötigten Daten sollten bereitgelegt und so aufbereitet werden, dass sie einen schnellstmöglichen Zugriff und Einstieg ins Thema ermöglichen. Bei unklaren Sachverhalten sofort nachfragen. Das hinterlässt einen positiven Eindruck und signalisiert den Willen der Zusammenarbeit mit dem Auditor. Und zu guter Letzt: Bleiben Sie für die Anregungen oder Feststellungen der Auditoren offen. Es liegt nicht im Sinne der Auditoren, Ihnen Fehler anzudrehen, sondern Ihnen Verbesserungspotentiale aufzuzeigen und somit Ihr System voranzutreiben. Einige Unternehmen scheinen das noch nicht begriffen
zu haben und verhalten sich wie auf dem Wochenmarkt: Es wird gefeilscht, gehandelt und um jeden Punkt gerungen.

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