Editorial 5/2019

Strategy eats culture

...for breakfast": Dieses Zitat von Peter Drucker genießt, wenn es um Fragen der Unternehmenskultur geht. Immer wenn Veränderungsprozesse im Fokus stehen, spielt die Unternehmenskultur eine zentrale Rolle. Auch die beste Strategie, mag sie noch so exakt geplant sein, scheitert in ihrer Umsetzung, wenn diejenigen, die für die Umsetzung verantwortlich und davon betroffen sind, nicht mitgenommen werden.

Eine Unternehmenskultur kann für ein Unternehmen ein echter Wettbewerbsvorteil sein. Sie ist nicht nur für die Stimmung, sondern auch für den Erfolg eines Unternehmens von besonderer Bedeutung. Dies gilt insbesondere, wenn Ideen generiert und Innovationen möglich gemacht werden sollen. Hier kann eine innovationsorientierte Kultur wertvolle Unterstützung bieten. Aber auch für die Serviceorientierung ist eine entsprechende Verankerung des Servicegedankens in der Unternehmenskultur wichtig.

Strategien planen ein Verhalten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Bei der Kultur geht es aber um die Realität des Unternehmens. Nicht das, was man sich wünscht, für richtig findet oder aus moralischen Gründen einfordert. Sondern das, was tatsächlich gedacht und gelebt wird, zeigt die tatsächliche Kultur.

Beim Kerngeschäft der Umzugsunternehmen zeigt sich die Unternehmens- und Denkkultur: Jeder kocht seine eigene Suppe, getreu nach dem Motto „zu viele Köche verderben den Brei“. Es wird geplant, investiert und eine Strategie verfolgt. In vielen Fällen kommen die Unternehmer auch zum Ziel.

Manchmal lohnt es sich aber, erst an der Kultur zu arbeiten, bevor man eine Strategie festlegt. Denn passt beides nicht zusammen, wird das Ziel nicht erreicht. Und was wäre, wenn man diese Strategien in einer anderen, neuen Kultur verfolgen würde? Wenn mehr auf Gemeinsamkeit gesetzt und die eigenen Ziele dadurch größer werden könnten?

„Was soll das denn für eine andere Kultur sein?“ werden sich die meisten jetzt fragen. Also unterlegen wir diesen wenig greifbaren und konkreten Begriff einmal mit Zahlen: Wenn 10 Unternehmer jeweils 10.000 Euro in die Programmierung einer Software investieren, haben alle eine recht gute Lösung. Das Ziel, das man sich gesetzt hat, ist erreicht. Investieren diese 10 Unternehmer aber gemeinsam 100.000 Euro in diese Software, steht am Ende ein Spitzenprodukt! Ändert sich die Kultur, ändern sich die Ziele. Sie werden größer und gemeinsam erreichbar – und sind wir mal ehrlich: wer von uns hätte in zehn Jahren nicht lieber ein Prozent von McDonald‘s als 100 Prozent einer Pommesbude?

In diesem Sinne freuen wir uns auf drei gemeinsame Tage mit den Jungunternehmern in Dresden – einer Stadt, in der Kultur eine ganz besondere Rolle spielt. Um im Austausch mit Kollegen Altes ganz neu zu denken und auf das Gemeinsame zu setzen. Wir wollen von und mit anderen lernen und auch die Kollegen besser kennenlernen, mit denen wir schon täglich zusammenarbeiten oder es vielleicht in Zukunft tun. Gemeinsamkeit braucht Vertrauen und Vertrauen entsteht durch gute Gespräche und Nähe. Aber auch der Spaß wird natürlich nicht zu kurz kommen. Denn schon Platon wusste: „Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.“

Bis bald in Dresden! Eure
Sue Ann Becker

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