Editorial 12/2019

Ein Blick zurück

...und zwei nach vorn: Die letzte Ausgabe einer Zeitschrift bietet eine gute Gelegenheit, einen Blick zurück zu werfen, auf das was im zu Ende gehenden Jahr alles passiert ist. Im Unternehmen sieht man auf die erfolgten Projekte, Entwicklung der Kundenbeziehungen, die Entwicklung des Personals, wie weit die zum Jahresbeginn aufgestellten Ziele erreicht wurden und natürlich auf die Zahlen. Im Verband ist das eigentlich nicht unähnlich, nur dass es dort nicht um den finanziellen Gewinn geht, sondern um das, was erreicht wurde. Rückblickend war das Jahr 2019 aus Sicht der AMÖ sicherlich ein wegweisendes, in dem viel passiert ist. Das allermeiste können Sie den Berichten zur Delegiertenversammlung entnehmen, die Einzelheiten würden hier auch den Raum sprengen. Dennoch will ich hier an die Mitgliederdelegiertenversammlung der AMÖ Anfang September in Essen anknüpfen. Essen war bereits eine der Neuerungen für die Zukunft. Wir sind mit der Messe MöLo von Kassel in das Ruhrgebiet umgezogen, haben die Veranstaltung gestrafft und unseren AMÖ-Abend off en in Form der Messeparty gefeiert. Die Resonanz von Seiten aller Beteiligten haben gezeigt, dass dieser Schritt nicht nur wichtig, sondern auch richtig war. Veränderungen bringen manchmal neuen Schwung.

In Essen wurde nicht nur unsere neue Satzung verabschiedet, sondern auch sehr intensiv die geplanten Kooperationen der AMÖ mit den Schwesterverbänden der Verkehrswirtschaft im Allgemeinen, quasi in der „großen Runde“ diskutiert, und auch über die geplante Kooperation der AMÖ mit dem Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL). Während zu einer Zusammenarbeit der Verbände der Verkehrswirtschaft grundsätzlich keine ernsthaften Einwände vorgebracht wurden, war die Skepsis bezüglich einer Zusammenarbeit mit dem BGL schon größer. Das zuerst genannte soll einen geschlosseneren Auftritt der Verkehrs- und Logistikwirtschaft gegenüber der Politik, Verwaltung und Industrie sicherstellen. Ein Anliegen, das sofort einleuchtet, auch wenn die Erfahrung zeigt, dass Geschlossenheit gar nicht so einfach zu erreichen ist. Bei der bilateralen Zusammenarbeit mit dem BGL sollen dagegen deutlich konkretere Vorhaben umgesetzt werden, wie der gegenseitige Austausch der Informationen, bis hin zur Zusammenarbeit auf personeller Ebene. Dass das Diskussionsbedarf und bei manchem sogar Verunsicherung auslöst und viele Fragen aufwirft, ist nachvollziehbar.

Praktisch zum Schluss des Jahres hat der Gesamtvorstand im November beschlossen, dass die AMÖ die Kooperationen mit den anderen Verbänden der Verkehrswirtschaft vertiefen wird. Die grundsätzlichen Überlegungen zu beiden Projektenhaben wir bereits in Ausgabe 9/2019 dieser Zeitschriftdargestellt. Da ist zum einen die „große Runde“, in der wir mit möglichst vielen Verbänden einen einheitlichen Auftritt anstreben, um der Stimme der Verkehrs- und Logistikwirtschaft gegenüber der Politik, der Verwaltung und der Industrie ein größeres Gewicht zu verschaffen, das Image der Branche zu verbessern, die Grundlagen für die Aus- und Weiterbildung zu verbessern, und wo möglich sogar Themen in „Kompetenzzentren“ aufzubereiten und den Partnern zur Verfügung zu stellen, um Mehrfacharbeit zu vermeiden. Auch die Kooperation mit dem BGL wurde vom Gesamtvorstand nahezu einstimmig beschlossen. Dieses Votum bezeugt eindrucksvoll den Gestaltungswillen in der AMÖ und das Vertrauen in die handelnden Personen.

Damit gelangen wir aber auch bereits an den Punkt, an dem es gilt, einen Blick in die Zukunft zu werfen. Die Umsetzung der Kooperation mit dem BGL wird das anspruchsvollste Projekt im neuen Jahr werden, neben der Tagesarbeit und den vielen Projekten, die unsere verbandlichen „Unternehmensziele“ darstellen. Das wird am Anfang anstrengend werden, denn es gilt, Strukturen aufzubrechen, Vorbehalte bei allen Beteiligten abzubauen, Arbeitsgebiete anzusehen, abzugleichen und Verfahren zur Beendigung von Mehrfacharbeiten einzuführen, außerdem die Eigenheiten des jeweiligen Partners zu erkennen und anzuerkennen.

Am Ende aber, und nur darum geht es letztlich, sollen die Mitgliedsunternehmen in beiden Verbänden von der Zusammenarbeit profitieren. Wenn das gelingt, haben wir viel erreicht. Bis dahin wird es weiter Weg, für den ich bereits jetzt um etwas Geduldbitte. Zur Mitgliederdelegiertenversammlung im Oktober 2020 in Berlin werden wir dann sicher eine erste Bilanz ziehen.

Zu guter Letzt bleibt mir jetzt nur noch zu wünschen, dass entgegen allen Kassandra-Rufen zur Konjunktur das Jahr 2020 für Sie alle wirtschaftlich erfolgreich wird, dass spannende Projekteerfolgreich realisiert werden können, dass Sie gesund bleiben, uns Ihre Anregungen und Anliegen mitteilen und dass wir uns dann in der Familie der AMÖ in Berlin wiedersehen und über das Erreichte oder das was es zu verbessern gilt, sprechen können.

Ich wünsche Ihnen allen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest und einen gesunden und guten Start in ein erfolgreiches Jahr 2020.

Ihr
Dierk Hochgesang

Zurück