Gewerbe & Verband 9/2020

BMVI-Förderungsaufruf

Das BMVI hat einen neuen Aufruf zur Förderung von Elektro-Nutzfahrzeugen veröffentlicht. Ziel der Förderung ist es, den Verkehrssektor sukzessive auf klimafreundliche Technologien umzustellen. Gefördert wird die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und betriebsnotwendiger Ladeinfrastruktur.

Da Möbelspeditionen im Regelfall unter die Definition KMU fallen – weniger als 250 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. Euro oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro – ist die Förderung auch für Unternehmen im Bereich der Möbelspedition interessant.

Im aktuellen Förderaufruf zum Flottenaustausch werden gezielt Anwender unterstützt, die zeitnah ihre konventionelle Fahrzeugflotte auf elektrisch angetriebene Nutzfahrzeuge umstellen und dazu auch Investitionen in die für den Betrieb notwendige Lade-Infrastruktur tätigen wollen. Dafür stellt das BMVI in dem Flottenaustauschprogramm ca. 50 Mio. EUR bereit. Das Förderverfahren wird als Windhund-Verfahren umgesetzt. Anträge können vom 4.8.2020 bis zum 14.9.2020 eingereicht werden.

Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind u. a. kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition, sofern die Kommune bestätigt, dass die Fahrzeugbeschaffung als Teil der Maßnahmen zur Umsetzung eines kommunalen Elektromobilitätskonzeptes bzw. eines vergleichbaren Konzeptes angesehen wird.

Die Vergabe der Fördermittel erfolgt in der Reihenfolge des Einganges förderfähiger, vollständiger und fristgerecht eingereichter Anträge, bis die zur Verfügung stehenden Mittel aufgebraucht sind („Windhundverfahren“).

Ergänzend kann eine Beratung bei dem Projektträger Jülich (PtJ) in Anspruch genommen werden.

Was wird gefördert?

Gefördert werden straßengebundene Elektrofahrzeuge der Klassen N1, N2 oder N3, also Fahrzeuge zum Gütertransport in den Einstufungen bis 3,5 Tonnen, bis 12 Tonnen und über 12 Tonnen. Fahrzeuge zum Personentransport oder nicht straßengebundene Fahrzeuge sind nicht förderfähig.

Ladeinfrastruktur ist ausschließlich im Zusammenhang mit einer im Rahmen dieses Aufrufs beantragten Fahrzeugförderung in einem zweckdienlichen Verhältnis zuwendungsfähig.

Nicht förderfähig sind:

  • Hybride (HEV)
  • Plug-In-Hybride (PHEV) sowie
  • Fahrzeuge mit Antriebsbatterie auf Bleibasis.

Wie wird gefördert?

Es werden die Investitionsmehrausgaben der Elektrofahrzeuge im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor gefördert. Es erfolgt eine Projektförderung im Wege der Anteilfinanzierung. Die Zuwendung wird als nicht rückzahlbarer Investitionszuschuss gewährt.

Gemäß EU-Recht sind Förderquoten bis zu 40 Prozent zulässig. Für mittlere und kleine Unternehmen kann ein zusätzlicher Bonus von 10 Prozent bzw. 20 Prozent zur Förderquote gewährt werden, sofern das Vorhaben andernfalls nicht durchgeführt werden kann. Für die Gewährung des sog. KMU-Bonus ist dem Antrag eine KMU-Erklärung beizufügen.

Derzeit stehen 50 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung. Eine Mindestanzahl zu beschaffender Fahrzeuge bzw. eine Mindestfördersumme ist innerhalb dieses Aufrufes nicht vorgesehen. Die maximale Förderung pro antragstellendem Unternehmen beträgt 10 Millionen €. Verbundene Unternehmen gelten als ein antragstellendes Unternehmen.

Programmbegleitforschung

Ergebnisse der Förderaktivitäten werden in der Programmbegleitforschung und im Zentralen Datenmonitoring zusammengeführt. So leisten die Einzelprojekte einen enormen Beitrag zum Erkenntnisgewinn auf der Ebene des Gesamtprogramms. Weitere Informationen zu dem Förderprogramm gibt es hier.

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