Editorial 5/2021

Den Respekt bewahren!

Wechsel und Wandel gehören zum Leben dazu. Das trifft auch auf die Möbelspedition zu, auch wenn unsere Branche außerordentlich beständig ist. Wir selbst vergessen das gelegentlich, als Unternehmerinnen und Unternehmer sind wir mit unseren Unternehmen quasi unauflöslich verbunden. Für unser Spitzenpersonal gilt das nicht zwangsläufig in gleichem Maße, weder in unseren Unternehmen, noch bei der AMÖ.

Der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift konnten Sie entnehmen, dass unser langjähriger Hauptgeschäftsführer Dierk Hochgesang die AMÖ verlassen wird, um sich einer neuen Aufgabe zu widmen. Wir haben diese Nachricht bewusst kurz und sachlich gehalten, als eine unter vielen Informationen für die Verbandsmitglieder. Weil Wandel eben zum Leben gehört und dieser Wechsel wohl eine Zäsur für die AMÖ darstellt, das Alltagsgeschäft der AMÖ aber uneingeschränkt weitergehen muss und wird. Außerdem wird Dierk Hochgesang die AMÖ erst Ende Oktober verlassen. Da ist es noch viel zu früh für einen Abschied.

Es ist aber durchaus jetzt an der Zeit, einige Dinge richtig zu stellen. Ein Hauptgeschäftsführer eines Verbandes ist unbestritten eines seiner „Gesichter“ und auch Kopf. Ohne jeden Zweifel war unser Hauptgeschäftsführer Dierk Hoch-gesang viele Jahre lang nicht nur ein Gesicht der AMÖ, sondern hat seinen Kopf für uns Möbelspediteure eingesetzt. Er hat Entwicklungen analysiert, Ideen und Konzepte entwickelt und dafür geworben, die Gremien beraten, Kontakte für uns geknüpft und gepflegt, Argumentationslinien entworfen und uns, die Mandatsträger und Vertreter in den Gremien der AMÖ in unserer Entscheidungsfindung unterstützt. Am Ende, und das war immer die klare Position von Dierk Hochgesang und ist sie noch, lag es an uns, an den Unternehmerinnen und Unternehmern in der AMÖ, darüber zu entscheiden, welche Richtung wir einschlagen und wie unser Verband, wie unsere AMÖ aussehen soll. „Ihr bezahlt die Party, also müsst Ihr auch sagen, wo es langgeht. Die AMÖ ist Euer Verband!“ Das musste sich nicht nur das Präsidium anhören, vollkommen zu Recht.

Es spricht für das Selbstverständnis von Dierk Hochgesang, dass er auch die Beschlüsse mitgetragen und konsequent nach innen und nach außen vertreten hat, wenn er selbst vielleicht eine andere Position präferiert hatte. Sich in den Dienst der Sache und die eigene Person hintenanzustellen ist eine Eigenschaft, die man heute bei den vielen Selbstdarstellern vergebens sucht. Verbandspolitische Entscheidungen wurden und werden in den dazu bestimmten Gremien der AMÖ getroffen. Im Präsidium, im Gesamtvorstand und in der Delegiertenversammlung; nach reichlicher Vorbereitung und Abwägen der Argumente. Wer etwas anderes behauptet, hat ganz offensichtlich keine Ahnung von der Struktur und den Abläufen in unserer AMÖ.

Trotz des Strukturwandels in der Möbelspedition, mit Geschäftsaufgaben, Insolvenzen, Umstrukturierungen und Verschmelzungen von Unternehmen, hat die AMÖ immer noch 800 Mitgliedsunternehmen. Die AMÖ ist finanziell solide aufgestellt und wir haben, im Gegensatz zu anderen Verbänden, in der „Ära Hochgesang“ in keinem einzigen Jahr Verluste ausweisen müssen; anders übrigens als viele andere Verbände und anders als so manches Unternehmen. Handlungsfähigkeit und Eigenständigkeit der AMÖ sind und bleiben entgegen allen Unkenrufen und Versuchen von Dritten, die AMÖ zu (be)schädigen, sichergestellt. Die AMÖ ist anerkannter Partner in einem stabilen und soliden Netzwerk, das wir gemeinsam weiterentwickeln. Im Interesse unserer Mitgliedsunternehmen gilt die Botschaft anlässlich der Zusammenarbeit mit dem BGL uneingeschränkt weiter: „Die einzelnen Unternehmen und die ganze Branche, aber auch das Umfeld verändern sich derzeit in einer rasanten Geschwindigkeit. Da sind wir in den Verbänden gefordert, diese Entwicklung aufzunehmen und uns ebenfalls so neu aufzustellen, dass wir den sich verändernden Bedürfnissen gerecht werden können.“ Erneuerung und Anpassung an die sich wandelnden Be-dürfnisse der Mitgliedsunternehmen war und bleibt Aufgabe der AMÖ mit unseren Gremien. Die Entwicklung und Etablierung eines gewerbespezifischen Ausbildungsberufes, eine gewerbespezifische Fachmesse, der Erhalt der eigenen Gefahrklasse in der gesetzlichen Unfallversicherung, die Kooperationen mit namhaften und respektierten Partnern aus der Wirtschaft und der Assekuranz, die Erreichung der Förderfähigkeit gewerbespezifischer Maßnahmen, der Ausbau der Qualitätsnachweise für die Mitgliedsunternehmen, die Entwicklung hochwertiger Versicherungslösungen sollen nur ein paar wenige Beispiele sein, was in der AMÖ für die Mitglieder bewirkt wurde und wird.

Damit die Arbeit erfolgreich fortgeführt werden kann haben wir, das Präsidium der AMÖ, bereits mit den ersten Kandidaten zur Nachbesetzung der Position gesprochen. Wir haben deswegen keinen Zweifel, dass wir die Position kompetent nachbesetzen und eine rechtzeitige Übergabe der Geschäfte sicherstellen können.

Bis zu seinem Ausscheiden arbeiten wir vertrauensvoll und mit gegenseitigem Respekt mit unserem Hauptgeschäftsführer zusammen.

Ihr
Frank Schäfer

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