Gewerbe & Verband 1+2/2021

Ein Känguru erzieht Kinder

Das Maskottchen verbindet: Marlies Theis, Vorsitzende von Blicki e.V., erzählt, wie ein Känguru für mehr Verkehrssicherheit für Kinder sorgt.

Frau Theis, was ist das Ziel vom Blicki e.V.?

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Blick von Kindern für den Verkehrsalltag zu schärfen – deshalb auch der Name unserer Initiative, „Blicki blickt’s“. Laut Statistischem Bundesamt kam 2019 in Deutsch- land alle 19 Minuten ein Kind unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden. Im Jahr 2019 sind 55 Kinder im Straßenverkehr sogar gestorben. Das macht mich sehr betroffen. Das müssen wir verhindern.

Reichen die neuen Sicherheitsvorschriften, beispielsweise für verpflichtende Assistenzsysteme, nicht aus?

Nein, denn es passieren immer noch zu viele Unfälle! Und bis die Neuerungen flächendeckend umgesetzt sind, wird noch einige Zeit vergehen. Es werden noch lange Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs sein, die nicht mit diesen Systemen ausgestattet sind. Und Technik ist wichtig, reicht aber allein zur Prä- vention von Unfällen nicht aus. Die Wahrnehmung unserer Kinder kann nicht technisch kontrolliert werden. Ihnen kann man nicht oft genug zeigen, worauf sie im Verkehr immer wieder achten müssen.

Warum reist dafür ein Känguru durch Deutschland?

Unser Maskottchen Blicki ist ein fröhliches Känguru, das den Kindern unterhaltsam und nachhaltig zeigt, welche Gefahren im Straßenverkehr lauern. Es ist seit 2006 deutschlandweit mit unserem Team an Grundschulen zu Gast, inzwischen sogar unter der Schirmherrschaft des Bundesministers für Ver- kehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer. Pädagogische Arbeit, interaktive Spiele und di- daktisch fundierte Lehrmaterialien zur Vor- und Nachbereitung der Events garantieren eine um- fassende Wissensvermittlung auf spannende und eindrucksvolle Weise. Und wenn Blicki mal nicht persönlich vorbeikommen kann, gibt er sein Wis- sen ab sofort auch digital weiter. Die Schulklassen werden ganz einfach am Bildschirm durch das Blicki-Team bei interaktiven Übungen angeleitet.

Was erleben die Kinder bei der Verkehrserziehung mit Blicki?

Wir ermöglichen den Kindern vor Ort einprägsame Aktions-Workshops, die sie den Verkehr aus der Sicht eines Lkw-Fahrers erleben lassen. An vier Statio- nen testen die Kinder ihre eigene Reaktionsfähig- keit, sehen aus der Fahrerkabine eines echten Lkw, wie groß der tote Winkel wirklich ist, schreiten den überraschend langen Bremsweg ab und üben beim Schwarzlichttheater das Verhalten im Straßenverkehr.

Wie werden die Workshops finanziert und wie kann man den Verein unterstützen?

Die Workshops sind für alle Schulen kostenfrei. Sie werden durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert und durch Spenden finanziert, denn als Verein schaffen wir das natürlich nicht allein. Unternehmen, die spenden möchten, finden alle Infos auf www.blicki-blickts.de/support. Es ist uns zum Beispiel schon eine große Hilfe, wenn uns AMÖ-Mitgliedsunternehmen für die Aktionstage kostenfrei einen Lkw mit Fahrer*in bereitstellen.

Die AMÖ möchte den Verein Blicki e.V. mit gemeinsamen Projekttagen unterstützen. Wir würden uns deshalb freuen, wenn wir auch Sie dafür begeistern und gewinnen könnten!

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