Gewerbe & Verband 12/2019

Enger verzahnt!

Interessengemeinschaft mit den Verbänden des Verkehrsgewerbes, die engere Kooperation mit dem BGL, die Abstimmung über die Erhebung des Markenstatus‘ des „rollenden Kängurus“: Die Sitzung des Gesamtvorstands Ende November in Bad Soden bot neben den üblichen Berichten zur allgemeinen Verkehrspolitik sowie weiteren Themen noch einmal viel Raum für gute Gespräche und kontroverse Diskussionen, ehe die letzten entscheidenden Beschlüsse getroffen wurden.

Die letzte Sitzung des AMÖ-Gesamtvorstandes im Jahr 2019 stand ganz unter dem Zeichen richtungsweisender Beschlüsse: Soll sich die AMÖ einer Interessengemeinschaft mit dem BGL und BWVL anschließen? Soll die AMÖ zukünftig enger mit dem BGL verzahnt werden, um unter anderem dadurch freiwerdende Synergien zum Wohl der Mitgliedsunternehmen einzusetzen? Und wie steht es um die Frage, den Markenstatus des „rollenden Kängurus“ zu erheben.

AMÖ-Hauptgeschäftsführer Dierk Hochgesang erläuterte dabei unter anderem den Vorschlag des Präsidiums zur Beteiligung der AMÖ an einer institutionalisierten Zusammenarbeit der Bundesverbände der Verkehrswirtschaft: Bündelung der Interessen und des Lobbying, Entwicklung und Institutionalisierung neuer zukunftsfähiger Strukturen, das Heben von Synergien sowie das Schaffen von Mehrwerten, Benefits, Erweiterung der Leistungspalette für die Mitgliedsunternehmen und mehr.

Bedauerlicherweise habe der DSLV auf der letzten Gesamtvorstandssitzung beschlossen, nicht an der Interessengemeinschaft teilzunehmen. Schäfer und Hochgesang betonten den ausdrücklichen Wunsch, den DSLV doch noch zu einer Mitarbeit bewegen zu können. Schäfer bekräftigte, dass die Interessengemeinschaft die Position der Verbände stärken werde.

„Eigenständigkeit bleibt erhalten!“

Zur engeren Verzahnung der AMÖ und des BGL betonte Christian Klas, stellvertretender Vorsitzender der Fachgruppe Möbel im LBS, dass es den bayerischen Möbelspediteuren wichtig sei, dass die AMÖ ihrer Eigenständigkeit erhalte. Andere Landesverbände hatten dies im Vorfeld ebenfalls geäußert. Schäfer betonte, dass die AMÖ auch in Zukunft weiterhin als eigenständiger Verband der Möbelspediteure agiere und dies auch bleibe. Der VSL regte in seinem Beschluss an, die Kooperation zwischen AMÖ und BGL als „Experiment“ zu sehen, das nach einem Jahr evaluiert werden solle, aber dem man nicht im Wege stehen wolle.

Nach sehr guten Gesprächen und angeregten Diskussionen, in denen die wichtigsten Fragen geklärt und Bedenken ausgeräumt werden konnten, standen die Beschlüsse fest: Der Gesamtvorstand stimmt sowohl für eine Beteiligung der AMÖ an einer institutionalisierten Zusammenarbeit der Bundesverbände der Verkehrswirtschaft sowie für eine engere Kooperation mit dem BGL.

AMÖ-Känguru: Markenstatus wird nicht erhoben

Ein weiterer wichtiger Punkt stand im Bereich Öffentlichkeitsarbeit auf der Tagesordnung. Die AMÖ-Vision-Group 2020 hatte vor geraumer Zeit vorgeschlagen, eine Markenerhebung über den Status quo des „rollenden Kängurus“ durchzuführen, die der Gesamtvorstand entsprechend beschlossen hatte. Daraufhin holte die AMÖ diverse Angebote ein, die dem Gesamtvorstand vorgestellt wurden – darunter auch eine Empfehlung der FH Westküste, von dem Vorhaben abzusehen. Grund: das auf dem Gebiet Markenanalysen erfahrene Institut kam zu der Einschätzung, dass es nicht möglich sei, objektive und verwertbare Ergebnisse zu liefern. Dieser objektiven Empfehlung war der Gesamtvorstand schließlich gefolgt und beschloss einstimmig, das Projekt nicht weiter zu verfolgen.

AMÖ-Pressesprecher Daniel Waldschik berichtete außerdem, dass die „Abgrenzungskampagne 2020“ kurz vor dem Abschluss stehe – wie zugesagt früher als es bei der vorigen Kampagne der Fall war. Die gedruckten Zertifikate wurden den Geschäftsführerinnen und Geschäftsführern der Landesverbände vor Ort übergeben, das Verzeichnis der Möbelspediteure mit AMÖ-Zertifikat 2020 folge zeitnah; ebenso die digitalen Dateien.

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