Management 9/2019

"Känguru muss bleiben!"

Und das ist nur ein Ergebnis unserer Umfrage. Wir wollten außerdem von den Mitgliedsunternehmen wissen, wie sie das rollende Känguru nutzen, und wie sie zu dem vor bald 45 Jahren eingeführten Erkennungszeichen stehen.

Seit bald 45 Jahren ist das Känguru mit dem Schrank im Beutel das Wappentier des Bundesverbandes. 1975 hatte man sich dafür als Symbolfigur für die deutschen Möbelspediteure entschieden, weil damit in der Öffentlichkeit dokumentiert werden sollte: die AMÖ-Spediteure gehen mit dem ihnen anvertrauten Hab und Gut ihrer Kunden so sorgsam um wie das Känguru mit seinem Nachwuchs im Beutel.

Im Oktober 1975 hatte der bekannte Tierschützer und Tierexperte Prof. Dr. Bernhard Grzimek anlässlich der Vorstellung des Gemeinschaftszeichens das erste Känguruplakat auf einen Möbelwagen geklebt. Seitdem ist der Leistungs- und Qualitätsstandard der deutschen Möbelspeditionen kontinuierlich weiter verbessert worden – und verkörpert heute mehr als nur Tradition und Verlässlichkeit. Aber was denken unsere Mitgliedsunternehmen über das rollende Känguru als Marke, Erkennungsfigur und Repräsentant der Möbelspedition? Sollte das Känguru besser ersetzt werden?

Wirkung und Wahrnehmung

Nach mehreren Aufrufen nahmen ins- gesamt 166 Mitgliedsunternehmen an der Umfrage zur Nutzung des Logos „das rollende Känguru“ teil. Davon waren 28 Prozent (47 Unternehmen) Mitglied einer Kooperationsgruppe, 74 Prozent (124) der Mitgliedsunternehmen älter als 30 Jahre bzw. 25 Prozent (43) jünger als 30 Jahre.

Von den Umfrageteilnehmern finden rund zwei Drittel (107) das „rollende Känguru“ sympathisch, mehr als die Hälfte (94) gibt an, das Logo sollte er- halten bleiben. Eines von drei Unternehmen (51) ist der Meinung, das Logo sollte moderner gestaltet werden. Nur ein Drittel (56) sagt aber auch, es sei in der Öffentlichkeit gut bekannt. Dieser Wert überrascht nicht nur, sondern ist ein eindeutiges Zeichen an die Verbandsgemeinschaft: Das Gewerbe sollte jede noch so kleine Chance nutzen, sich mit seiner Marke, dem „rollenden Känguru“, öffentlich zu zeigen und zu positionieren. Der Bundesverband gibt seinen Mitgliedern diverse Instrumente an die Hand – seien es die Känguru-Logos als solche, Pressefotos zur Außendarstellung, das AMÖ-Zertifikat oder die Darstellung nach außen über Kooperationen, etwa die mit Möbel Höffner, die dem Känguru eine enorme Reichweite bescheren soll und kann, aber leider von viel zu wenigen Mitgliedsunternehmen unterstützt wird.

Weniger als zehn Prozent (14) sagten, das „rollende Känguru“ wäre keine gute Symbolfigur für Möbelspediteure. Etwa jeder Zehnte (19) ist der Ansicht, das „rollende Känguru“ gehöre abgeschafft und sollte durch ein anderes Logo ersetzt werden.

Etwa 80 Prozent (136 Unternehmen) nutzen das Logo für den Internetauftritt, etwas weniger als die Hälfte (79) auf Fahrzeugen. Zwei von drei Mitgliedsunternehmen (112) bilden es auf ihren Geschäftsunterlagen ab. Jedes zehnte befragte Mitgliedsunternehmen (16) verwendet es gar nicht, unter anderem deshalb, weil sie „das Logo in seiner jetzigen Form als unattraktiv empfinden“.

Kopplung an AMÖ-Zertifikat gefordert

Beachtlich: Drei von vier der Befragten (120) sind der Meinung, „das Logo ‚Rollendes Känguru‘ sollte exklusiv nur noch für Mitgliedsunternehmen mit dem AMÖ-Zertifikat zulässig sein“. Andererseits lehnen 40 Prozent der Befragten (67) „eine verpflichtende Nutzung eines Verbandslogos ab“; Jeder fünfte (32) würde eine verpflichtende Nutzung unterstützen.

Jedes fünfte Unternehmen (38) würde ein Verbandslogo als so genannte Wortmarke („AMÖ“) einsetzen. Etwa jeder dritte Befragte (50) würde ein anderes Verbandslogo ergänzend zum „rollenden Känguru“ einsetzen. 18 Prozent (30) würden ein anderes Logo anstelle des Känguru-Logos verwenden. Ein Viertel der Teilnehmer (42 Unternehmen) würde das „rollende Känguru“ auch bei Einführung eines anderes Logos weiter nutzen. Weniger als zehn Prozent (15) würden ein anderes Verbandslogo nicht nutzen. Gut ein Drittel (60) (60) „würden ein neues Logo nutzen“.

Fazit

Von denjenigen, die an der Umfrage teilgenommen haben, ist die klare Mehrheit „pro Känguru“. Mit diesem Ergebnis erscheint es mindestens fahrlässig, das Känguru aus dem Markt zu nehmen, um zu versuchen, mit einem neuen Logo eine moderne Marke zu etablieren. Gerade die nicht durchgängige Nutzung des AMÖ-Kängurus führt aber dazu, dass die Bekanntheit im Markt bei weitem nicht so groß ist, wie sei sein könnte, wenn die Mitgliedsunternehmen das Logo durchgängig nutzen würden, so wie dies zum Beispiel die Unternehmen des Kraftfahrzeughandwerkes umsetzen. Da die AMÖ ein Verein ist, kann eine Verpflichtung zur Nutzung des Logos auch nicht realisiert werden. Insofern ist die Gemeinschaft aller Verbandsmitglieder dazu aufgerufen, das Logo zu nutzen, um die Gemeinschaft der qualifizierten und kompetenten Möbelspediteure im Markt zu verdeutlichen.

Beim Verbandslogo wird wie bei kaum einem zweiten Thema die Emotion in der Verbandsgemeinschaft deutlich. Die Bandbreite reicht von strikten Verfechtern des aktuellen Logos bis zur klaren Ablehnung. Unstreitig ist, dass das AMÖ- Logo in seiner Grundform „rollendes Känguru“ bereits relativ lange existent ist, auch wenn die Grundform mehrfach überarbeitet worden ist. Auch der Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit der AMÖ ist in der Frage des pro oder contra nicht zu einem eindeutigen und einstimmigen Ergebnis gekommen.

Kostenfreie Nutzung

Das Logo ist zur Verwendung auf der eigenen Internetseite kostenfrei bei der AMÖ erhältlich. Mitgliedsbetriebe sollten es aktiv als Symbol ihrer Verbandszugehörigkeit einsetzen, denn damit zeigen sie auf den ersten Blick, dass sie ein seriöser und kompetenter Umzugsprofi sind.  

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