Gewerbe & Verband 6/2019

Kirchner: Nachfolge sichern!

Der Geschäftsführer der Fachverband Möbelspedition, Umzugslogistik und Relocation Hessen e.V. ruft alle betroffenen Unternehmer zur rechtzeitigen Planung der Unternehmensnachfolge auf. Schließlich nimmt die Suche insbesondere bei einer externen Regelung zusätzliche Arbeitszeit in Anspruch.

Der Haushalt des Landesverbandes, die Personalentwicklung in den Mitgliedsbetrieben, Unternehmensnachfolge: Nur einige der Themen, die die hessischen AMÖ-Mitgliedsunternehmen auf ihrer Mitgliederversammlung Anfang April im Sporthotel Grünberg beschäftigten. Diese stand dabei zum ersten Mal unter der Leitung des im vergangenen Jahr gewählten Vorstands um den Ersten Vorsitzenden Andreas Funke mit seinen Stellvertretern Julien Jourdan und Jürgen Spreyer. Ein gutes Omen: Der vom neuen Vorstand vorgestellte Haushaltsvoranschlag 2020 wurde einstimmig beschlossen.

Jürgen Kirchner, Geschäftsführer des Fachverbandes, gab einen kurzen Rückblick über wesentliche Entwicklungen 2018. Besonders die Personalentwicklung habe die Durchführung von Umzügen und Neumöbeltransporten bestimmt: Personalprobleme ergaben sich im gewerblichen Bereich bei den Fahrern und den Möbelmonteuren, im kaufmännischen Bereich war die Personalfindung bei Disponenten schwierig. Insbesondere in der Umzugssaison konnten bedingt durch die Personalprobleme Aufträge nicht termingerecht durchgeführt werden. Bei den Neumöbeltransporten konnten aufgrund des Fahrermangels nicht alle Transportfahrzeuge besetzt werden. Freiwillige Lohnanpassungen zur Sicherung der Mitarbeiter sowie hohe Einstiegsgehälter für neue Mitarbeiter waren weitere Kostentreiber, die auch in Zukunft auf die Bilanz drücken, so Kirchner. Sein Fazit: „Unternehmen, die 2018 bei ihren Kunden und Auftraggebern keine höheren Preise durchsetzen konnten, konnten die erwarteten Ergebnisse nicht erwirtschaften.“

Viel Zeit für die Suche nach einem Nachfolger einplanen

Beim Thema Unternehmensnachfolge appellierte Kirchner, rechtzeitig auf die Suche zu gehen. „Ein Unternehmensverkauf dauert neun bis 18 Monate. Die Vorbereitung für die Nachfolgeregelung erfordert zusätzliche Arbeitszeit.“ In den kommenden zwei Jahren wollen laut Kirchner bundesweit in allen Branchen 236.000 Unternehmen ihre kleinen und mittleren Firmen an einen Nachfolger übergeben. 54 Prozent könnten die Nachfolge familienintern regeln, 42 Prozent könnten sich eine einen externen Käufer vorstellen. In der Regel sei professionelle Unterstützung durch einen qualifizierten Unternehmensberater notwendig, so Kirchner. Dieser unterstütze bei Vertragsangelegenheiten, bei der Prozessoptimierung und Kostensenkungen, Preisanpassungen und Aussortierung unprofitabler Kunden.

Die Versammlung rundeten Vorträge ausgewählter Referenten ab. So berichtete Stefan Jansen (Leiter der BAG-Außenstelle Mainz) über die Nachrüstung von Sensorikfahrzeugen und das automatische Ausleitsystem zur Kontrolle der Lkws. Reifen, Bremsen, Höhen- der auch Längenmessung könnten quasi „im Vorbeifahren“ elektronisch kontrolliert werden. AMÖ-Justiziarin Sue Ann Becker hatte für die Anwesenden Tipps und Tricks zur erfolgreichen Personalgewinnung auf dem Zettel, wie etwa Beispiele attraktiv und interessant formulierter Stellenanzeigen auch aus den Reihen der Möbelspediteure. Sie empfahl den Unternehmern außerdem, Zeit für den Abgleich von Lebensläufen mit den Zeugnissen einzuplanen, da es hier so mancher Bewerber mit der Ehrlichkeit nicht ganz so genau nähme.

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