Gewerbe & Verband 12/2019

Kultiger "PfennigBazar"

Mit bislang nie dagewesenen Einnahmen endete im September der „16. PfennigBazar“ im Frankfurter Dominikanerkloster: 96.725 Euro konnten an beiden Verkaufstagen im „Second-Hand-Warenhaus für den guten Zweck“ eingenommen werden.

Rege haben die Kunden vom Shoppen auf dem Kultbasar Gebrauch gemacht – passend zum Motto „Für kleines Geld einkleiden, im großen Stil helfen“. Denn der Reinerlös geht zum größten Teil an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) Landesverband Hessen, um Beratungs- und Therapieangebote für MS-Betroffene zu finanzieren, zu einem klei­neren an den Hospizverein St. Katharina.

Rekorderlös: Fast 100.000 Euro eingenommen

Nach dem Auszählen der Einnahmen konnte Organisatorin Susie von Verschuer-Bär (Mitbegründerin und mit ihrer Spedition Fermont das organisatorische Rückgrat des PfennigBazars) die stolze Summe von 96.725 Euro ver­melden. Damit lagen die Einnahmen um sage und schreibe 11.260 Euro über dem Vorjahresergebnis aus 2018. Ermöglicht wurde dies vor allem durch die erhöhte Spendenbereitschaft an den sieben Sam­melterminen von April bis Juli. „Daher möchte ich mich von Herzen bei all den Spendern bedanken. Ohne sie wäre der PfennigBazar überhaupt nicht mach­bar“, betonte Susie von Verschuer-Bär.

Seit 2004 unermüdlich im Einsatz

2004 hatte die seit Jahren in der DMSG Hessen engagierte Susie von Verschuer- Bär den PfennigBazar gemeinsam mit ihrer Mutter Sigrid Bär, Ideengeberin Gerhild Börsig, Renate von Metzler (Ehrenvorsitzende DMSG Hessen), der im März 2019 verstorbenen Ingrid Pajunk und der ebenso verstorbenen Alexandra Prinzessin von Hannover aus der Taufe gehoben. „Das ist ein sensationelles Er­gebnis. Ich bin überwältigt. Das Geld ist so wichtig, um die Arbeit für die MS-Betroffenen finanzieren zu können“, betonte die Fermont-Chefin, die mit rund 15 Mitarbeitern an den Verkaufstagen im Einsatz ist. Dem kann Bernd Cru­sius, Geschäftsführer der DMSG Hes­sen, nur beipflichten: „Die Einnahmen sind für uns eine unverzichtbare Säule im Jahresbudget. Dank des PfennigBazars können wir MS-Betroffenen Beratungs- und Therapieangebote machen und einen Fahrdienst anbieten. All das trägt dazu bei, das Leben mit dieser nach wie vor unheilbaren Erkrankung zu meistern und Teilhabe zu ermöglichen.“

Beeindruckt vom Einsatz der rund 300 Helfer und von der logistischen Leistung aller Beteiligten, für zwei Tage ein „Secondhand-Warenhaus für den guten Zweck“ aufzubauen, hatte sich Stadträtin Dr. Renate Sterzel bei der Eröffnung des 16. PfennigBazars gezeigt, die im Namen der Stadt den ehrenamtlichen Helfern für ihr vorbildliches bürgerschaftliches Engagement dankte: „Es ist toll, was Sie hier auf die Beine stellen. Sie können stolz darauf sein, was Sie in den 15 Jahren seit Bestehen des PfennigBazars erreicht haben.“

Lob von Frankfurter Stadträtin

Der PfennigBazar „genießt Kultstatus und ist mittlerweile eine Frankfurter Tradition“. Zudem passe das „Second-Hand-Warenhaus für den guten Zweck“ in die heutige Zeit, betonte Renate Sterzel: „Der PfennigBazar fördert die Nachhaltigkeit und dient dem Umweltschutz, da gezeigt wird, dass auch Getragenes und Gebrauchtes noch weiterhin genutzt werden kann.“

Diese Ansicht teilten auch die Arbeitskolleginnen Heike und Christine, die nach Feierabend auf dem PfennigBazar auf Schnäppchenjagd gingen. „Ich versuche so nachhaltig wie möglich zu leben und gehe oft auf Basare. Aber die Stimmung und Auswahl auf dem PfennigBazar ist immer besonders gut. Für mich ist das jedes Jahr ein Happening“, sagte Stammkundin Christine und betonte: „Eine Freundin von mir hat MS. Daher habe ich eine Vorstellung, wie es ist, mit MS zu leben.“ Wendy Martin, die bei den Haushalts- und Silberwaren Ausschau hielt, sagte: „Ich finde hier immer kleine Schätze. Und dass das Ganze für einen guten Zweck ist, ist umso schöner.“ Beeindruckt von der großen Auswahl gut erhaltener und qualitativ hochwertiger Bekleidung für die Dame, den Herrn und das Kind sowie von Spielsachen, Taschen, Modeschmuck, Schuhen, Nippes, Porzellan und Haushaltswaren zeigte sich eine andere Kundin und betonte: „Die gute Sache ist mir wichtig.“ So auch Lena-Marie Nachtigall, angehende Erziehrin: „Mit meinem Einkauf MS-Betroffene zu unterstützen, ist mir umso lieber.“

Unterstützt von namhaften Sponsoren

Zu den Sponsoren gehörten Fermont, Galeria Kaufhof, der Evangelischen Regionalverband, der das Dominika­nerkloster zur Verfügung gestellt hat, die Bethmann-Bank, Getränke Zeller aus Langen, Deutsche Städte Medien Ströer, das DRK Frankfurt, das Frank­furter Entsorgungsunternehmen FES und Fraport. Tatkräftige Unterstützung bekam der PfennigBazar von zwei Mitarbeitern von ING-DiBa, die dank ihres sozialen Unternehmensprojekts „Give Five“ bereits zum sechsten Mal beim PfennigBazar im Einsatz waren.

Zurück