Gewerbe & Verband 4/2021

Kurz gemeldet 4/2021

In unserem Mitgliedermagazin, der MöbelLogistik, sind nicht alle Beiträge und Meldungen seitenfüllend. Manche sind auch trotz weniger Worte äußerst lesenswert und informativ. Genau solche Nachrichten finden Sie hier...

#1 J’AMÖ-Tagung wird erneut verschoben

Der J’AMÖ-Vorstand und das Präsidium der AMÖ haben jüngst gemeinsam entschieden, die für den 18. bis 20. Juni 2021 geplante J’AMÖ-Tagung in Köln abermals zu verschieben. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärt J’AMÖ-Sprecher Lukas Brüggemann (Umzug Hitzke GmbH & Co. KG). „Eine ungezwungene Veranstaltung, wie wir sie aus früheren Jahren gewohnt sind, wird unter den bekannten Umständen im Juni so nicht möglich sein. Eine für die Beteiligten risikofreie und unbedenkliche Veranstaltung können wir nicht garantieren, weshalb die erneute Verlegung die richtige Entscheidung ist.“ Gerade die Nähe zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die zur besonderen Wohlfühl-Atmosphäre des Events beiträgt, ob nun bei der Fachtagung, den gemeinsamen Aktivitäten oder beim freien Netzwerken machen den Charakter der J’AMÖ-Tagung aus. „Ein solche Veranstaltung ist in der aktuellen Situation undenkbar und wäre darüber hinaus einfach auch unvernünftig!“

Die Planungen für die Verlegung wurden direkt angekurbelt. Sowohl Locations als auch Speaker haben grünes Licht gegeben, auch im kommenden Jahr dabei zu sein. Ein neuer Termin steht mit dem Wochenende vom 17. bis 19. Juni 2022 ebenfalls bereits fest. Ein großesr Dankeschön geht raus an alle Sponsorinnen und Sponsoren, die mir Ihre Zusagen aus dem Jahr 2020 auch fürs nächste Jahr bestätigt haben. Weitere Einzelheiten folgen zu gegebener Zeit! Bis dahin bleibt alle gesund und passt auf Euch auf!

#2 Fachbeirat Logistik des DCC tagt online

Auch das Daten Competence Center (DCC) der Möbelbranche, ist weiter von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. So musste auch der Fachbeirat Logistik seine Sitzung im März einmal mehr virtuell durchführen. Inhaltlich war der Austausch aber für alle Beteiligten dennoch wertvoll. Das stellte nicht nur der Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer abschließend fest. Allgemeines Bedauern löste der Umstand aus, dass der Handel nach anfänglich konstruktiver Mitarbeit dem Fachbeirat Logistik leider nicht die Aufmerksamkeit widmet, die für eine Lösung der Probleme angemessen wäre.

Zunächst informierte Andreas Ruf die Teilnehmer über die aktuelle geschäftliche Entwicklung der Möbelindustrie. Angesichts des andauernden Lockdowns müssen im März auch zunehmend Hersteller Kurzarbeit anmelden, da die Aufträge weitgehend abgearbeitet sind. Dierk Hochgesang informierte anschlie- ßend über die Situation der Möbellogistiker. Eine schwierige Auftragslage und stark steigende Kosten, insbesondere beim Diesel, stellen die Möbelspediteure vor kaum zu bewältigende Herausforderungen. Dazu kommt, dass die Situation an der Rampe in den letzten Jahren eher schlechter geworden ist. Diese Situation wurde durch Corona an vielen Orten sogar noch verstärkt.

Welche Optionen ein „digitaler Zwilling“ für die Logistik eröffnen kann, zeigte Professor Bakakis sehr eindrucksvoll auf. Logistische Prozesse könnten unter zuhilfenahme dieser Methodik deutlich verbessert und effizienter gestaltet werden.

#3 Möbelexprte gehen um 4,5 Prozent zurück

Das Exportgeschäft der deutschen Möbelindustrie hat im vergangenen Jahr unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten. Nach den Erhebungen des Statistischen Bundesamts sanken die Möbelausfuhren um 4,5 Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. „Dabei haben sich vor allem die Lockdowns in vielen Ländern bemerkbar gemacht“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Möbelverbände (VDM/VHK), fest. „Erfreulicherweise belebte sich die Nachfrage im vierten Quartal leicht, so dass der Rückstand gegenüber dem ver-gangenen Jahr im Schlussspurt noch etwas verkleinert werden konnte.“ Bis Ende September hatte das Minus im Vergleich zum Vorjahr noch bei 7,3 Prozent gelegen.

Unter den großen europäischen Absatzmärkten ent- wickelte sich Großbritannien – das fünftwichtigste Exportland für die deutsche Möbelindustrie – am schwächsten. Die Verkäufe deutscher Möbel in das Vereinigte Königreich sanken im vergangenen Jahr um 9,3 Prozent auf 421 Millionen Euro. „Zu den starken Auswirkungen der Pandemie auf die britische Wirtschaft kamen noch die negativen Brexit-Effekte“, so Kurth.

Beim Export nach Großbritannien macht der deutschen Möbelindustrie derzeit vor allem der zusätzliche Verwaltungsaufwand zu schaffen, wie eine aktuelle Umfrage der Möbelverbände bei ihren Mitgliedsfirmen ergeben hat. So beklagen 94 Prozent der befragten Möbelhersteller einen höheren Aufwand infolge der Zollformalitäten. „Größere Anstrengungen sind dabei insbesondere mit Blick auf die Ursprungsregeln und -nachweise nötig“, sagt Kurth. Auch geänderte Zollabfertigungsverfahren und neue Vorschriften für Paletten und Exportverpackungen erschweren den Exporteuren die Abwicklung. Zudem berichtet etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen von zusätzlichen Wartezeiten an der Grenze, 30 Prozent der Betriebe verzeichnen Lieferverzögerungen. Für das laufende Jahr stellen sich 42 Prozent der Firmen auf weiter sinkende Exporte nach Großbritannien ein. Mit stabilen Ausfuhren in das Vereinigte Königreich rechnen 36 Prozent, einen Aufwärtstrend erwarten 22 Prozent der Möbelproduzenten.

Einbußen wurden im vergangenen Jahr auch bei den Möbelverkäufen auf den wichtigsten Auslandsmarkt Frankreich (minus 5,6 Prozent), nach Österreich (minus 3,5 Prozent), Belgien (minus 5,1 Prozent) und Spanien (minus 10,2 Prozent) verzeichnet. Dagegen zogen die Exporte in die Schweiz deutlich an (plus 6,5 Prozent). In den Niederlanden (plus 0,4 Prozent) und Italien (plus 2,7 Prozent) gelang ebenfalls ein Zuwachs.

Stark rückläufig entwickelten sich die Möbelverkäufe in die Vereinigten Staaten (minus 14,6 Prozent), den wichtigsten außereuropäischen Absatzmarkt. Die Ausfuhren nach China gingen nur leicht zurück (minus 5,7 Prozent), wobei es zwischen den einzelnen Produktgruppen erhebliche Unterschiede gab. Für die Küchenmöbelherstel- ler erwies sich das Reich der Mitte mit einem Plus von knapp 13 Prozent als einer der wichtigsten Wachstumsmärkte. Gleichzeitig brachen die deutschen Büromöbelexporte nach China 2020 um knapp 23 Prozent ein.

Auch im Exportgeschäft insgesamt schnitt die deutsche Küchenmöbelindustrie im vergangenen Jahr am besten ab: Die Sparte konnte ihre Ausfuhren nahezu stabil halten. Dagegen mussten die Polstermöbelproduzenten ein Minus von knapp 5 Prozent hinnehmen, die Hersteller von Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbeln verbuchten Einbußen von knapp drei Prozent.

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