Editorial 1+2/2020

Liebes Kollegium

ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesundes, erfolgreiches und glückliches neues Jahr 2020 – ein Jahr, das viele Veränderungen bringen wird, aber auch ein Jahr, in dem so mancher Kurs bereits vorgegeben ist.

Nach den außerordentlich positiven Voten auf der letzten Gesamtvorstandssitzung in Bad Soden zugunsten der angestrebten Verzahnungen mit dem BGL – im Duett – und dem BWVL in einem Dreiergespann ist unser Ziel, hier zügig die engere Zusammenarbeit aufzunehmen, um die Belange der Möbelspedition sowie der Verkehrs- und Logistikwirtschaft forciert und couragiert gemeinsam nach außen zu tragen. Das letzte Jahr war richtungsweisend. In diesem Jahr heißt es, die Richtung konsequent, das meint, die Einhaltung unserer transparent kommunizierten Ziele, zu verfolgen, und sukzessive für Sie, die AMÖ-Mitgliedsbetriebe, spürbar und nutzbar zu machen.

Dabei wollen wir aber nicht unsere bisherigen Partner übergehen oder gar vergessen, mit denen uns seit Jahren eine ebenfalls gute partnerschaftliche Zusammenarbeit verbindet, die aber auf eigenen Wunsch hin aktuell noch nicht in den jüngsten Kooperationen involviert sind. Der Chance, diesen Kooperationen mit neuen Ansätzen neues Leben einzuhauchen, sehen wir motiviert entgegen.

All unsere Motivation wird uns die deutsche Wirtschaft abverlangen, die bereits unter der schwächelnden Weltwirtschaft leidet. Erste Folgen im neuen Jahr haben wir mit dem Anstieg des Rohölpreises in Folge der Spannungen im Mittleren Osten bereits zu spüren bekommen.

Die amerikanische Politik ist nun nicht der einzige und nicht der wesentlichste Faktor, der uns Unternehmerinnen und Unternehmer beeinflusst. Trotz einer im Gesamtbild eher stabilen deutschen Wirtschaft hemmen besonders steigende Arbeits- und Energiekosten dringende Investitionstätigkeiten vieler Betriebe. Eine entscheidende Wachstumsbremse bleibt aber das Thema (Nachwuchs-)Personal, das nach wie vor an allen Ecken und Enden fehlt. Dass eine abflauende Konjunktur hier einen positiven Schub verleihen kann, ist zu bezweifeln. Auch dann, wenn mit dem Personalabbau in manchen Großbetrieben wie der Automobilindustrie Ressourcen frei werden.

Ein stützender Eckpfeiler für uns Möbelspediteure bleibt der Wohnungsbau. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) geht davon aus, dass die Umsätze im Baugewerbe dank Niedrigzinsen, Baukindergeld und einer geringen Inflationsrate in diesem und im kommenden Jahr erneut zulegen. Und: Noch längst wurden nicht alle bewilligten Bauanträge auch umgesetzt oder gar angegangen. Jetzt wie selten zuvor ist die Politik gefordert, attraktive Konzepte und Anreize zu schaff en, und nicht etwa mit weiteren Zwängen für Investoren oder Privatpersonen dringend erforderlichen Wohnraum zu verhindern.

Mehr Wohnraum bedeutet nicht nur eine zwingend notwendige Entlastung für viele Menschen in diesem Land, sondern wirkt sich mit einer wieder steigenden Wohnmobilität positiv auf unsere Auftragsbücher aus. Neue Wohnungen bedeuten zumeist auch neue Einrichtungen. Aber auch wer nicht umzieht, möchte seine vier Wände früher oder später neu ausstatten. Glaubt man dem Verband der Deutschen Möbelindustrie, planen in diesem Jahr knapp ein Viertel aller Deutschen – und damit knapp 19 Millionen Menschen in 9,3 Millionen Haushalten – die Anschaff ung neuer Möbel. Ein positiver Ausblick für alle, die sich auf dem Gebiet der Neumöbel bewegen. Und immer häufiger werden neue Möbel nicht mehr im klassischen stationären Handel gekauft, sondern über das Internet. Damit wird die Zustelllogistik immer wichtiger. Sperriges, sensibles und auch noch zu montierendes Gut ist eine klassische Domäne für uns Möbellogistiker! Dieses Geschäftsfeld gewinnt für uns immer größere Bedeutung!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, dieses Jahr wird sicher nicht einfacher als das vergangene, dafür sorgt schon die angespannte Personalsituation. Uns muss aber auch nicht bange sein. Und auch wenn wir es gewohnt sind, mit schweren Dingen umzugehen: Wir, Ihr Bundesverband und auch ich ganz persönlich als AMÖ-Präsident, möchten Ihnen eine helfende Hand sein. Als Ihr Ansprechpartner haben wir ein immer off enes Ohr und sind für Sie da. Sprechen Sie uns an!

Ihr
Frank Schäfer

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