Gesundheitsmanagement 5/2019

Fit im Büro

Stundenlanges Sitzen am Steuer oder am Schreibtisch, mal der Gang zur Kaffeemaschine, in die Betriebskantine oder den Supermarkt um die Ecke, ungesundes Essen am Rasthof, Stress auf der Straße oder im Büro: das alles ist Gift für Körper und Geist. In loser Folge berichten wir deshalb gemeinsam mit unserem Kooperationspartner, der DAK-Gesundheit, über kostenlose und/oder förderungsfähige Maßnahmen, die das Personal gesund erhalten. In dieser Ausgabe der „MöbelLogistik“ steht das Büropersonal im Fokus, beim nächsten Mal folgt „Entspanntes Autofahren“.

„Sitzen ist das neue Rauchen!“ – diesen Satz hat jeder von uns irgendwo schon einmal gelesen oder gehört. Klingt nach einer maßlosen Übertreibung? Laut einer 2008 in Australien durchgeführten Studie verringert bei über 25-Jährigen jede Stunde vor dem Fernseher die Lebenserwartung um 21,8 Minuten. Das Rauchen einer Zigarette soll demnach elf Minuten kosten. Die Weltgesundheitsorganisation stuft körperliche Inaktivität – also zu viel Sitzen – heute weltweit als viertgrößte der vermeidbaren Todesursachen ein, mit geschätzten 3,2 Millionen Todesfällen pro Jahr.

Laut Krankenkassen gelten Rückenschmerzen infolge zu langen Sitzens als häufigster Grund für Krankschreibungen in Deutschland. Dabei gehören für fast 17 Millionen Deutsche sechs bis acht Sitzstunden im Büro zum Tagesgeschäft. Besonders ohne Bewegung zwischendurch hat das so seine Tücken für den Rücken: „Starres Sitzen sorgt für eine monotone Belastung der Wirbelsäule. Die Bandscheiben werden nach kurzer Zeit nicht mehr richtig durchblutet. Die Rückenmuskulatur versucht, dies auszugleichen, und wird so auf Dauer überbelastet. Die kurzfristigen Folgen: Kopf- und Rückenschmerzen, Verspannungen und eine geringere Leistungsfähigkeit“, erklärt DAK-Gesundheitsexpertin Barbara Croonen-Luft.

Die gute Nachricht: Muskelverkürzungen und Co. lässt sich mit einfachen Mitteln noch während der Bildschirmarbeit vorbeugen – in erster Linie mit dem sogenannten dynamischen, also bewegten Sitzen. Dabei wird die Sitzposition häufig gewechselt, bestenfalls spätestens alle 15 Minuten: mal mit dem Oberkörper weit zurückgelehnt (hintere Sitzhaltung), mal leicht nach vorne gebeugt (vordere Sitzhaltung) oder auch gerade (aufrechte Sitzhaltung). Häufige Positionswechsel stärken die Muskulatur, die Durchblutung wird gefördert, die Leistungsfähigkeit dadurch gesteigert, die Bandscheiben werden entlastet und so Langzeitschäden und Fehlbelastungen zumindest verringert. Viele Bürostühle erlauben heutzutage, die Rückenlehne entsprechend der Sitzposition zu arretieren, aber selbst mit Basismodellen muss man nicht starr sitzen. Bereits die Drehbewegung der Sitzfläche hilft dem Rücken und ist aktives Sitzen.

Kurze Fitness-Pausen einbauen

Als einfache Sofortmaßnahme empfiehlt Croonen-Luft außerdem mehr Bewegung, die sich problemlos in den Büroalltag und die Arbeitsabläufe integrieren ließe. Laut der DAK-Expertin ebenfalls ideal: hin und wieder eine Fitness-Pause einlegen. „Die DAK-Gesundheit hat auf ihrer Internetseite unter www.dak.de/fitnesspause eine große Auswahl unterschiedlicher Übungen zum Mitmachen zusammengestellt, mit denen sich am Schreibtisch sitzend oder im Stehen im Handumdrehen Verspannungen lösen und die Muskulatur gestärkt wird“, so die Expertin. Die Übungen sind kurz, leicht nachzumachen und effektiv. Sie zielen auf verschiedene Körperbereiche wie Schultern, Nacken, Arme, Beine und Rücken. Im Mittelpunkt stehen Dehnung und Mobilisation, Kräftigung und Aktivierung sowie Entspannungsübungen. Zum Hampelmann mache sich dabei aber niemand.  

Gleichgesinnte suchen

„Wichtig ist, dass Sie am Ball bleiben und sich nicht entmutigen lassen“, sagt Croonen-Luft. Sie rät dazu, nur Übungen auszusuchen, die man gern macht und die sich öfter wiederholen lassen. „Planen Sie feste Übungszeiten ein und suchen Sie sich Gleichgesinnte. Gemeinsam macht es mehr Spaß und bringt Schwung ins Büro.“ Bewegen sollte man sich über die Übungen hinaus, wo und wann immer es geht: öfter mal die Treppe anstelle des Aufzugs benutzen oder in der Mittagspause statt am Schreibtisch zu verweilen einen kleinen Spaziergang unternehmen.

Die frische Luft hilft dabei, sich danach wieder voll konzentrieren zu können.“ Seinen Ehrgeiz strapazieren sollte man aber nicht: „Wenn es bei bestimmten Übungen zwickt oder wehtut, sollten Sie sich besser eine andere Übung aussuchen. Die Schmerzursachen sollte allerdings ein Arzt abklären.

Aktive Pause unter Anleitung der DAK Gesundheit

Auch die Möglichkeit, seine Mittagspause aktiv mit einem Trainer der DAK-Gesundheit zu gestalten, bietet sich an. „Mit der Aktiv-Pause beugen Sie mit geringem Aufwand Herz-Kreislauf- sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen und Erschöpfung vor“, sagt Croonen-Luft. Das Programm, das sich leicht in den Arbeitsalltag einbinden lässt, besteht aus praktischen Übungen zum Ausgleich monotoner Belastungen und soll die Bewegungsfunktion verbessern. Außerdem wird Hintergrundwissen vermittelt, etwa die gesundheitsförderlichen Effekte kleiner Bewegungseinheiten. Um sicherzustellen, dass sich nicht ohnehin nur die sportbegeisterten Kolleginnen und Kollegen beteiligen, sondern möglichst viele Beschäftigte langfristig zur Teilnahme an der aktiven Pause motiviert werden, bietet die DAK-Gesundheit mit ihrem Programm einen auch für Aktivmuffel leichten Einstieg.

Ihr Draht zur DAK-Gesundheit

Der Bundesverband Möbelspedition und Logistik (AMÖ) e.V. und die DAK-Gesundheit haben ihre seit 2017 bestehende Kooperation mit Leben gefüllt. Bereits bei der Jahrestagung 2018 in Papenburg waren Petra Willmann und Barbara Croonen-Luft zu Gast und sammelten mit interessierten AMÖ-Mitgliedsunternehmen Ansatzpunkte für die Betriebliche Gesundheitsförderung oder führten Gespräche über Themen wie krankheitsbedingte Ausfälle der Mitarbeiter in der Hochsaison, Mitarbeiterbindung oder Mitarbeitermotivation geführt.

Interessiert? DAK-Expertin Barbara Croonen-Luft steht allen AMÖ-Mitgliedsunternehmen für eine kostenlose Beratung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement telefonisch unter 0211 23 09 1911 06 bzw. 0151 15 06 48 58 sowie per E-Mail an barbara.croonen-luft@dak.de zur Verfügung. Wo Sie oder Ihre Beschäftigten versichert sind, spielt dabei übrigens keine Rolle.

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