Editorial 1+2/2021

Optimistisch bleiben!

Das neue Jahr hat begonnen, wie das alte geendet hat. Corona bestimmt auf absehbare Zeit weiter unser Geschäft. Wir können und sollten aber optimistisch auf die kommende Zeit schauen. Immerhin konnten wir weiterarbeiten, mit Auflagen und Einschränkungen, aber wenigstens mussten wir unsere Betriebe nicht schließen. Andere Branchen waren da deutlich stärker betroffen.

Und viele Kolleginnen und Kollegen sind aufgrund der Politik des Lockdown und der Kontaktbeschränkungen sogar noch stärker ausgelastet als in der Vergangenheit. Die Wohnung wurde infolge der Ausgehbeschränkungen und Home-Office in der Funktion als Lebensmittelpunkt vielfach sogar noch aufgewertet. Das Geld, das in normalen Zeiten in Urlaubsreisen, Konzerte, Veranstaltungen und in die Gastronomie geflossen wäre, floss und fließt vielfach in die Verschönerung und Erneuerung des häuslichen Umfelds. Der Versandhandel boomt, auch mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen.

Bei den Umzugsunternehmen gibt es Licht, aber auch tiefe Schatten. Umzugsimporte wie -exporte sind massiv eingebrochen, Objektumzüge wurden vielfach zunächst wenigstens verschoben, bis klar ist, wie es weitergeht. Dafür gibt es in vielen Regionen einen deutlichen Anstieg der Umzugsanfragen von Privaten. Kein Wunder, wenn man kaum noch mit An- gehörigen anderer Haushalte zusammentreffen darf. Die Verunsicherung ist groß, nicht zuletzt bei denen, die jetzt unsere Leistungen verstärkt nachfragen.

Wir dürfen hoffen, dass die angelaufenen Impfungen die unkontrollierte Ausbreitung des Virus mit seinen schlimmen Folgen eindämmen wird.

Bis dahin sind wir aufgerufen und gefordert, das uns Mögliche zu tun, um unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut zu schützen, wie uns das möglich ist. Klare Vorgaben in der Arbeitsorganisation und für den Arbeitsschutz sind dafür erforderlich. Das wird auch immer wieder zu Diskussionen führen, vermutlich werden bei völlig Uneinsichtigen auch arbeitsrechtliche Konsequenzen unvermeidlich sein. Gar keine Frage, es ist unangenehm, mit Maske Auto zu fahren, für den Beifahrer ebenso wie für den Fahrer. Es ist noch viel beschwerlicher mit der Maske zu montieren, Möbel und Kisten zu heben und zu tragen und zu verladen. Viel schlimmer ist es aber, wenn Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen erkranken, vielleicht sogar Kolleginnen oder Kollegen oder sogar Mitglieder der eigenen Familien infizieren. Das müssen wir immer wieder deutlich machen und auch mit gutem Beispiel vorangehen.

Ich habe, anders als ein Teil unserer Politik, überhaupt keinen Zweifel, dass wir als Arbeitgeber unserer Verpflichtung nachkommen, und gerade nicht leichtfertig den Gesundheitsschutz auf die leichte Schulter nehmen. Unsere gewerblichen Mitarbeiter sehen sich tagtäglich aufs Neue nicht abschätzbaren Risiken ausgesetzt, weil sie nicht wissen, was sie in den Haushalten erwartet. Und auch das kaufmännische Personal kann viele Arbeiten nicht einfach so von zuhause aus erledigen. Schon allein deshalb sind wir uns unserer Fürsorge- pflicht besonders bewusst. Niemand, ob eigene Mit- arbeiterinnen und Mitarbeiter, noch Kundinnen oder Kunden, sollen infolge unserer Tätigkeit erkranken. Die individuellen Folgen sind teilweise schrecklich. Das wäre für jedes einzelne Unternehmen eine Katastro- phe und würde auch unsere Branche womöglich in ein Licht rücken, das wir nicht verdienen. Wir müssen und wir wollen unserer Verantwortung als Branche gerecht werden. Dass dies in der Politik erkannt und – auch unserem Personal gegenüber – entsprechend honoriert wird, darf ob der bisherigen Entscheidungen und Beschlüsse zuweilen angezweifelt werden.

Denn auch das muss gesagt werden, auch ein vollkommener Lockdown, wie er jetzt so manchem Politiker vorschwebt, hat fatale Konsequenzen. Auf die Menschen, aber auch auf die Wirtschaft. Denn das Geld, das der Staat im Moment so großzügig ausgibt, ist nichts anderes als die Steuern und Ab- gaben, die wir alle in Zukunft werden tragen müs- sen, Arbeitgeber genauso wie Beschäftigte.

Bleiben wir gemeinsam optimistisch und verantwortungsvoll!

Ihr
Frank Schäfer

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