Gewerbe & Verband 9/2019

ZIMLog: Umsetzungsmangel

20 Teilnehmer des ZIMLog-Lenkungsausschusses haben sich Anfang Juli bei der Polipol-Unternehmensgruppe in Diepenau über die laufenden Projekte, Engpässe und Problemlösungen im Bereich der Neumöbellogistik beraten.

Der sich immer weiter verschärfende Fahrermangel war auf dieser Sitzung erneut ein Thema und verdeutlichte außerordentlich die Notwendigkeit von gemeinsamen Aktionen von Möbelindustrie, Möbelhandel und Möbelspedition. Darüber hinaus berichtete Dierk Hochgesang über weitere Problemfelder, denen die Möbelspediteure gegenüberstehen: Personalmangel, Infrastrukturüberlastung, technischer Wandel im Bereich Antriebe und autonomes Fahren sowie Digitalisierung.

Erwartungshaltung der Kunden steigt

Riana Wegner, International Transfer Center for Logistics, trug als Gast zu dem Thema „Digitale Transformation in der Logistik“ vor. Ihrer Erfahrung nach beurteilen die Kunden den Service einer Produktbestellung in erster Linie nach der Auslieferung. Produktwerbung, -präsentation und -auswahl sowie der Bestellprozess könnten noch so gut sein: Wenn es der Logistiker auf der letzten Meile nicht hinbekomme, falle dies immer auch auf den Händler oder gar Hersteller zurück. Darüber hinaus steige die Erwartungshaltung der Kunden immerzu. Dies führe bereits in jedem zweiten Fall zu negativen Kauferlebnissen oder Kaufabbrüchen. Im Anschluss blickte Andreas Ruf auf die Kick-off -Veranstaltung von ZIMLog im Jahr 2015 in Köln und die dort präsentierte „Vision Möbellogistik 2020“ zurück. In wesentlichen Punkten sei es bereits gelungen, Lösungen zu erarbeiten. Allerdings warten diese noch immer auf ihre konkrete Umsetzung, um im Interesse aller Beteiligten die Effizienzsteigerungspotentiale freizusetzen.

Möbelhandel in der Kritik

Die Aufforderung, die in den letzten Jahren gemeinsam entwickelten Entlade-standards, Leitlinien für die Rampenkapazitätsplanung sowie die erarbeiteten Datenstandards für den Bestellprozess über die Auftragsverarbeitung bis hin zur Auslieferung und Rechnungsstellung umzusetzen, stieß bei allen Teilnehmern auf Zustimmung. Die aktive Umsetzung könnte allen Beteiligten gemeinsam viel Geld sparen, das gegenwärtig regel- recht verpufft. Jedoch wurde bemängelt, dass insbesondere der Möbelhandel nicht angemessen mitwirke. Effizienz-gewinne könnten jedoch nur bei gleich- zeitiger Nutzung in der gesamten Supply Chain vollständig realisierbar werden. Einigkeit bestand darüber, dass jedes Unternehmen selbständig und unabhängig von anderen mit der Umsetzung der erarbeiteten Ergebnisse beginnen müsse. Bisher nicht Aktive sollen mobilisiert werden, und der Möbelhandel solle wieder stärker in die Arbeiten der ZIMLog einbezogen werden. Eine gemeinsame, öffentlichkeitswirksame Veranstaltung wurde angeregt, um bekannt zu machen, was bisher erreicht wurde, und alle Vertreter aus Möbelindustrie, -handel und -logistik mitzunehmen, und die erarbeiteten Optionen im eigenen Interesse und im Interesse des gesamten Gewerbes zu nutzen.

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