Titelthema 5/2019

Zukunftsinvestition

Gesundes und motiviertes Personal ist für das Funktionieren eines Unternehmens essenziell. Was es rund ums Thema BGM zu beachten gibt und von welchen Fördermöglichkeiten unsere AMÖ-Mitgliedsunternehmen profitieren können, erklären Petra Willmann (Leiterin Firmenkundenvertrieb West NRW, Rheinland-Pfalz und Saarland) und Barbara Croonen-Luft (Referentin Betriebliches Gesundheitsmanagement) von der DAK-Gesundheit.

Warum ist die Einführung einer Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) heute mehr denn je von Bedeutung – gerade für kleine und mittelständische Firmen?

Das lässt sich mit einer einfachen Gegenfrage beantworten: Was wäre ein Unternehmen ohne sein wertvollstes Kapital – die Mitarbeiter? In Zeiten des Fachkräftemangels und immer älter werdender Beschäftigter sind gute Arbeitskräfte sehr begehrt. Daher ist es wichtig, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und durch ein gesundes Arbeitsumfeld Erkrankungen vorzubeugen. Der Branchenbericht belegt, dass insbesondere Muskel-Skelett-Erkrankungen seit Jahren für hohe Fehlzeiten verantwortlich sind. Maßnahmen zur Gesundheit im Betrieb oder die Wiedereingliederung von Mitarbeitern stellt eine Herausforderung dar. Hier springt die DAK-Gesundheit mit ihrem Know-how ein.

Warum sollten Unternehmen sich für die BGF einsetzen?

BGF ist ein beständiger Prozess. Hier reicht es nicht aus, sich einmalig oder nur wenige Monate für die Gesundheit starkzumachen, der Effekt würde schnell verpuffen. Ein entscheidender Faktor ist, dass Geschäftsführung und Betriebsleitung voll hinter den Maßnahmen stehen, die Werbetrommel rühren und bestenfalls an Maßnahmen teilnehmen.

Warum sollte ich in die Gesundheitsförderung investieren?

Investitionen in die Gesundheit sind eine Möglichkeit, Mitarbeitern Wertschätzung entgegenzubringen. Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz reduziert Gesundheitsrisiken, senkt Krankheitshäufigkeiten und fördert gesundheitsbewusstes Verhalten. Dies macht zufrieden. Zufriedene Mitarbeiter tragen zu einem guten Betriebsklima bei, was sich positiv auf die Produktivität Ihres Betriebs auswirkt. Fehlzeiten sowie Fluktuation der Mitarbeiter und die damit verbundene Einarbeitung neuer Mitarbeiter werden rückläufig.

Nicht alle Mitarbeiter sind bei der DAK-Gesundheit versichert. Gelten die Angebote für alle Beschäftigten?

Ja, sicher. Maßnahmen zur Betrieblichen Gesundheitsförderung, die wir nach vorhergehender Beratung in Ihrer Spedition durchführen, sind für alle Mitarbeiter kostenfrei – unabhängig von ihrer Krankenkassenzugehörigkeit.

Welche Anforderungen an Arbeitgeberleistungen gibt es?

Arbeitgeber können Arbeitnehmern Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands sowie zur Betrieblichen Gesundheitsförderung geben. Arbeitnehmer müssen diese Zuschüsse nicht versteuern, soweit sie 500 Euro jährlich nicht übersteigen. Die Leistungen müssen den im Leitfaden Prävention genannten Qualitätsanforderungen genügen.

Was kann ich selbst für meine Gesundheit tun?

Sie können an Präventionskursen teilnehmen. Dazu gehören Bewegungsprogramme wie der Besuch einer Rückenschule, Kurse zum Thema gesunde Ernährung, Suchtprävention und Kurse zur Stressbewältigung.

Was bekommen Arbeitnehmer von den Teilnahmegebühren wieder?

Pro Kurs erstattet die DAK-Gesundheit 80 Prozent der Teilnahmegebühren. Der Höchstzuschuss beträgt 75 Euro. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass ein Arbeitnehmer regelmäßig an der Maßnahme teilnimmt. Ein Arbeitnehmer muss nachweislich mindestens 80 Prozent der Stunden anwesend sein.

Was muss man für eine Kostenerstattung tun?

Nachdem der als geprüft und anerkannt vermerkte Kurs erfolgreich beendet wurde, reichen die Arbeitnehmer die Teilnahmebestätigung mit der Quittung über die gezahlte Kursgebühr bei der DAK-Gesundheit ein. So hat diese alle Angaben zur Hand, die sie für die schnelle Überweisung des Zuschusses benötigt. Wenn Arbeitnehmer an einem Kurs teilnehmen möchten, der noch nicht in der Datenbank aufgeführt ist, sollten sie sich im Vorfeld über eine mögliche Erstattung erkundigen. Der Zuschuss variiert je nach Krankenkasse. Fragen Sie also rechtzeitig bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Fördermöglichkeiten bestehen.

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